Die Moderhinke und ihre Bekämpfung

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Moderhinkebekämpfung
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Die Moderhinke und ihre Bekämpfung

Beitrag von Moderhinkebekämpfung » Montag 17. Juni 2019, 12:44

Die Moderhinke ist den meisten Schafhaltern ein Begriff. Alle haben schon von ihr gehört, viele kennen sie zudem aus eigener Erfahrung und der Name ist fast selbsterklärend: die Tiere hinken, weil deren Klauen modern.

Wie verbreitet sich die Krankheit?
Wie kann ich meine Schafe schützen?
Was tun, wenn die Krankheit in der Herde ist?
...

Informationen zur Moderhinke und zu ihrer Bekämpfung:
https://www.blv.admin.ch/blv/de/home/ti ... hinke.html
http://bgk.caprovis.ch/cms09/showsingle ... id=9&id=76

al
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Re: Die Moderhinke und ihre Bekämpfung

Beitrag von al » Montag 3. August 2020, 00:50

seit 11 jahren waren meine schafe frei von moderhinke. durch ein kleines lamm das den zaun in eine fremde herde überwinden konnte, kamm es in einer gruppe von 90 auen zu einer reinfektion. früher gelang es mir immer mit standzeiten von 15 min. bis 45 min. in einem klauenbad aus kupfersulfat auf anhieb alle bakterien in den klauen abzutöten. manchmal brauchte es zwei durchgänge. diesmal gelang es nicht. in den klauenbädern die seit 11 jahren nicht mehr benutzt wurden, befand sich noch immer kupfersulfat und dreck. natürlich gab ich auch neues kupfersulfat dazu. trotzdem reichte die wirkung nicht um alle bakterien abzutöten. möglicherweise auch wegen resistenten bakterien.

kupfersulfat und zinksulfat halte ich nicht für ideale mittel. weil sie sich schlecht mit dem wasser vermischen lassen.

in der folge reinigte ich die klauenbäder und gab formalin (23%) dazu. dieses vermischte ich mit etwas mehr als der selben menge wasser. somit enthielt die lösung 10 % formalin. werden die schafe nur durch das klauenbad getrieben, geht das. wenn die schafe gezwungen werden einige minuten im klauenbad zu bleiben, wird es wegen den dämpfen für mensch und tier sehr unangenehm. bei mildem und feuchtem wetter zeigen hinkende schafe nach einem monat wenn es nicht gelungen ist alle bakterien abzutöten. bei diesem heissen und trockenen sommerwetter kann es monate dauern bis man die gewissheit hat ob die aktion erfolgreich war.

wegen meiner unzufriedenheit mit kupfer-zinksulfat und formalin, werde ich es künftig mit chlor versuchen. chlor ist in jedem laden zu finden und kostet deutlich weniger als die traditonellen mittel. sein geruch ist auch besser zu ertragen als der von formalin.

um die problematik der moderhinke gäbe es viel forschungsbedarf.

https://www.diegruene.ch/artikel/so-gel ... -der-herde

https://www.diegruene.ch/artikel/moderh ... bekaempfen

al
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Re: Die Moderhinke und ihre Bekämpfung

Beitrag von al » Sonntag 28. März 2021, 00:53

Damit sich Kupfersulfat besser mit dem Wasser vermischt, kann es mit dem Hochdruckreiniger vermischt werden. Vielleicht geht es auch mit Zinksulfat. Mit Kupfersulfat habe ich einen Versuch gemacht. Zum Beispiel wird ein Sack von 25 Kg Kupfersulfat in ein Fass von 120 Litern gegeben. Mit dem Wasserstrahl des Hochdruckreinigers wird nun das Kupfersulfat und das Wasser vermischt. Weil sich das noch nicht gelöste Kupfersulfat unten im Fass sammelt, wird die Düse besser nach unten gerichtet. Für dieses Verfahren sind Hochdruckreiniger mit mindestens 160 Bar Druck, und Düsen die möglichst wenig Wasser versprühen geeignet.

Das Ergebnis war eine völlig homogene Flüssigkeit. Frei von festen Bestandteilen. Vermutlich desinfiziert eine solche Flüssigkeit viel besser als wenn noch ein grosser Teil des Kupfersulfats in fester Form vorhanden ist.

Werden viele Schaf ins Klauenbad gestellt, und dadurch die Kupfersulfatlösung duch Erde und Köttel verdünnt, stellt sich die Frage ab wann reicht die Wirksamkeit nicht mehr aus um alle Bakterien abzutöten. Eine Möglichkeit dies zu messen wäre hilfreich.

al
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Re: Die Moderhinke und ihre Bekämpfung

Beitrag von al » Mittwoch 31. März 2021, 23:34

Eine Absicht die Moderhinke schweizweit zu bekämpfen.

https://www.schweizerbauer.ch/tiere/sch ... ekaempfen/

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