Einzäunung - Wichtig

Alles rund um den Ort, wo sich die Schafe aufhalten (Stallkonzept, Zaunsysteme, Hütehunde, Tierschutzfragen etc.)

Moderator: Christian

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Pardon
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Einzäunung - Wichtig

Beitrag von Pardon » Dienstag 17. Mai 2016, 21:21

Mojn ihr,
Ich hätte da mal ein paar Fragen an meine lieben Mitschäfer. Da wir seit ungefähr 2 Jahren nun Schafe (Heidschnucken) halten, mussten wir uns natürlich Gedanken um die Einzäunung machen. Unsere Schafe haben tagsüber die Möglichkeit in der Scheune zu liegen, sowie im Stall, jedoch auch von selbst auf eine ca. 1 Hektar grosse Weide zu gehen. Wir haben insgesamt 17 Mutterschafe und nun nur (noch) 15 Lämmer von diesem Jahr. Bereits mit den Lämmern von leztem Jahr, hatten wir das Problem, dass diese immer durch unsere Einzäunung auf andere Nachbarweiden gesprungen, gekrochen oder gerammt sind. Dabei haben wir letztes Jahr ein Lamm verloren, da es sich in dem Draht aufgehängt hat. Von da an haben wir alles probiert - Von stromgeladener Elektrolitze, über weisse Flatterbänder, doch nichts hat geholfen, also blieben wir bei den Stecknetzen (der Fachausdruck ist mir leider nicht bekannt, siehe angehängte Bilddatei), kombiniert mit dreireihigem Draht unter Strom. Die alten Mutterschafe hält diese Konstruktion gut ab, die Lämmer letzten Jahres (grösstenteils) ebenso. Nun haben wir heute ein ca. 4-5 Wochen altes Lamm tot im Zaun gefunden, selbst stranguliert, genauso wie das von letztem Jahr. Wir "patrollieren" die Weiden täglich ab, setzen die Schafe nachts in den Stall, allerdings sind wir tagsüber nunmal nicht immer zuhause, da die Schafhaltung bei uns nur hobbymässig betrieben wird. Wir können also nicht immer ein wachsames Auge auf unsere Schafe und ihre Einzäunung haben. Deswegen: Kann uns irgendjemand einen super Gehimtipp geben, mit denen man die Schafe überzeugen kann auf ihrer Weide zu bleiben? Es ist nicht so, als hätten sie zu wenig zu fressen, denn wir treiben die 17 Mutterschafe mit 15 Lämmern abwechselnd auf knapp 3 Hektar Weide. Wir dachten über einen Holzzaun nach, welcher die Weiden umschliesst, da wir an einer ziemlich heissen Stelle 5 Meter Holzzaun haben und unsere Schafe sich noch nie über, durch oder unter diesem hergetraut haben. Das wäre allerdings sehr teuer. Also, wie zäunt ihr eure Schafe ein? Viele reden von Maschendraht für Schafe, allerdings sehe ich dort genau das gleiche Problem wie mit unseren Stecknetzen. Es wäre sehr freundlich, könntet ihr einem ratlosen Schäfer helfen. Gute Ideen, Erfahrungen etc. sind immer willkommen. Danke im vorraus.
LG

Thor
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von Thor » Freitag 20. Mai 2016, 19:55

Wir hatten bei unseren Guteschafen eine Ausbrcherkönigin. Untendurch, zwischendurch und 90cm gesprungen. Geholfen haben 110cm hohe Elektronetze von guter Leitfähigkeit (geringer Stromwiderstand), die oft nur auf direkte Nachfrage beim Händler und nicht bei der Landi erhältlich sind.
Da in den Netzen auch die Igel (bei uns glücklicherweise noch nie ein Lamm) sich verhängen und sterben, haben wir alle regelmässig genutzten Weiden mit Schafgitter eingezäunt und zusätzlich eine dreifache Elektrolitze davorgespannt (ebenfalls gute Qualität, d.h. niedriger Ohm-Wert). Unser Festnetzgerät hat 10 kV, das mobile Gerät mit Solarpanel ist auch relativ stark.

Wenn nun die Lämmchen vom ersten Lebenstag an mit gut gewarteten Elektrozäunen in Berührung kommen, so lernen sie rasch, sie zu meiden. Nur im Gerdrängel kann mal eines reingeschoben werden, was aber bei den Elektrolitzen ungefährlich ist.

Nun wünsche ich Euch viel Erfolg mit Euren Zäunen und würde mich freuen, gelegentlich mal zu lesen, was ihr für eine Lösung gefunden habt.

kopfhoch
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von kopfhoch » Dienstag 14. Juni 2016, 17:05

Danke für die Tipps! Müssen uns jetzt bald auch um das Einzäunen kümmern...
Lieber voll heimkommen, als leer ausgehen.

kopfhoch
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von kopfhoch » Dienstag 14. Juni 2016, 17:08

...haben nämlich auch vermehrt Ausbrüchige...
Lieber voll heimkommen, als leer ausgehen.

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Christian
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von Christian » Freitag 1. Juli 2016, 11:10

Hallo "Kopfhoch"
Wir halten Engadinerschafe, die nicht so einfach zu halten sind wie andere Schafrassen (ähnlich wie Ziegen).
Folgenden Tipp kann ich Dir aus Überzeugung und nach mehr als 20 Jahren Erfahrung geben:
Für Zäune, die nicht mobil sein müssen:
Knotengitter für Schafe, d.h. unten verengt (Höhe 1 - 1.20m; Bsp. "Tornado" von Zaunteam - nicht zu starr und nicht zu biegsam) - für Heidschnucken sollten 90cm Höhe reichen. Das Ganze befestigen mit Akazienpfählen,. 1.75 cm lang (halten mehr als 20 Jahre und sind später kein Sondermüll). Hagraffen mit Widerhaken. Dann oberhalb des Knotengitters einen Elektrodraht (oder Litze) - damit steigen sie nicht hoch (bei Hecken) und machen das Gitter nicht kaputt. Ist eine grössere Anfangsinvestition, doch danach hast Du Ruhe und auch kaum mehr Arbeit.

Für mobile Stücke Gallagher Smart-Fence oder Netze (richtig betrieben, wie oben beschrieben ok; doch wenn falsch betrieben sind sie gefährlich). Für Wildtiere (Igel etc.) ist Smart Fence besser als Netze.
WICHTIG: für Schafe ein Gerät mit der stärksten Leistung auswählen - der Zaun muss mind. 4000 Volt drauf haben (wichtiger sind die Joule, die man aber mit einfachen Kontrollgeräten nicht messen kann). Grund: Wolle isoliert den Strom.
Mit Smart-Fence lässt sich die Leistung am ehesten halten, da Gräser weniger ableiten. Mit Netzen muss immer regelmässig ausgemäht werden, ansonsten verlieren sie zuviel Leistung - ist also etwas arbeitsaufwändiger.
Problemtiere, die drüber springen verkaufen oder ausmerzen, wenn man Ruhe haben möchte..
Ebenfalls wichtig: Die Zäune müssen im Frühling voll funktionieren (keine Lücken, voll mit Strom beladen) - wenn die Tiere bereits im Frühling Erfolg mit ausbrechen haben, probieren sie das den ganzen Sommer über...

Gruss Christian

Thor
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von Thor » Samstag 23. Juli 2016, 19:00

Vielen Dank für den super Hinweis zum Knotengitter Tornado von Zaunteam.
Wo beziehe ich die Hagraffen (sind U-Nägel damit gemeint?) mit Widerhaken? Falls man Zaunpfosten ersetzen muss: kann man die überhaupt wieder rausziehen?
Welche Dicke haben deine Akazienpfähle, dass sie 20 Jahre halten? Unsere haben 6-8cm und die Lebensdauer wird mit ebensoviel Jahren angegeben. Da wir sie noch nicht so lange haben, kann ich die Lebensdauer noch nicht aus eigener Erfahrung abschätzen.

Schon zum voraus Dank für die Antwort.

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Christian
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von Christian » Sonntag 24. Juli 2016, 12:08

Hagraffen mit Widerhaken (Ja, U-Nägel) kann man ebenfalls bei Zaunteam beziehen (3cm). Wenn man Zaunpfosten ersetzen muss, sind sie in der Regel kaputt - also sie fallen fast von selber um...
Dicke der Akazienpfähle: es reichen 6 - 8cm. Natürlich halten die dickeren noch länger aber sie sind unhandlich beim Zäunen (ziemlich schwer). Ich hatte früher oft 8-10cm, habe diese aber in der Mitte gespalten.
Gruss und schönen Sommer!
Christian

al
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Re: Einzäunung - Wichtig

Beitrag von al » Donnerstag 23. April 2020, 23:49

Für wenige Schafe auf ebenem Boden kann die im link gezeigte Lösung passend sein.

https://www.regenerative-landwirtschaft ... 2413#p2413

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