Vierlinge!!!

Fragen zu Futterrationen, Weidemanagement, Futterkonservierung, Ergänzungsfutter, Mineralstoffe etc.

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Vierlinge!!!

Beitragvon besch_da_pader » Di. 21. Sep, 2004

Seit einem halben Jahr bin ich nun begeisterter Engadiner Züchter und gestern war die Überraschung perfekt: Vierlinge!!! :D 4 weibliche Lämmer!!! Alle gesund und munter. http://www.pixum.de/viewalbum/?id=1459809
Vor kurzem wurde hier diskutiert übers schöppala bei Drillingen. Ich nehme nun mal an, dass bei Vierlingen das dazu schöppelen unumgänglich ist. Bis jetzt haben wir von der Mutteraue ein wenig Biestmilch abgemolken und auf alle vier Lämmer verteilt, so dass sicher alle genügend bekommen. Wir werden jetzt sicher noch mit der UFA Lämmermilch nach Bedarf dazu schöppelen aber so, dass sie in erster Linie genügend Muttermilch bekommen.
Könnt ihr mir vielleicht sonst noch irgendwelche Tipps geben bezüglich dem dazu schöppelen? oder habt ihr sonst noch welche Erfahrungen gemacht mit Vierlingen?

Besten Dank für euer Feedback schon im Voraus

mfg CHristian
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Vierlinge

Beitragvon Christian » Sa. 25. Sep, 2004

Hallo Christian

Gratulation! Hatte zwar noch nie Vierlinge (möchte es auch nicht unbedingt), doch kann ich Dir aufgrund von Erfahrungen anderer Züchter ein paar Überlegungen mitteilen. Es kommt äusserst selten vor, dass von Vierlingen alle bis zur Geschlechtsreife überleben. Die Betreuung ist also recht anspruchsvoll! Deine erwähnten ersten Massnahmen sind schon mal vorbildlich. Zuschöppeln ist selbstverständlich notwendig. Stallhaltung ist sehr zu empfehlen. Mehrlinge sind für Füchse ein gefundenes Fressen. Ein Kollege von mir hatte nach ca. 3 Wochen von Vierlingen nur noch ein Lamm, das überlebte. Die restlichen 3 nahm der Fuchs. Im Stall kann die Aue auch besser zugefüttert werden, um die Milchleistung zu steigern (Kraftfutter, dafür weniger Zuschöppelen).
Viele machen den Fehler einer "halbbatzigen" Betreuung auf der Weide. Der Betreuungsaufwand ist zwar tiefer, doch die Fütterung ist ungenügend, die Lämmer sind stark unterernährt und anfällig auf Parasiten und andere Krankheiten. Solche Lämmer erholen sich nur langsam, viele gehen ein. Das ist umso ärgerlicher, da man doch schon einigen Aufwand hineingesteckt hat, dieser jedoch durch die Verluste nicht entschädigt wird. Also mein Ratschlag: Wenn schon Vierlinge (gilt auch für
Drillinge und Fünflinge), dann richtig betreuen! Die Entscheidung muss ganz am Anfang erfolgen. Wenn keine Zeit vorhanden ist, dann überlässt man es lieber der Natur auf der Weide und hofft, dass sicher 2 Lämmer gut überleben.

Gruss Christian
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Vierlinge

Beitragvon Ingrid » So. 26. Sep, 2004

Hallo Christian

Ich ich gratuliere zu den Vierlingen und hoffe, sie sind immer noch gesund und munter! Ich hatte auch schon mal Vierlinge, wobei aber leider nur eines lebend geboren wurde.
Die Tipps, die du bereits von Christian erhalten hast, finde ich sehr gut. Zum Schöppeln möchte ich dir noch folgendes empfehlen: Lieber ein oder zwei mal mehr, als zu grosse Milchmengen. Ich rate dir die ersten zwei Wochen mind. vier mal zu schöppeln und zwar alle Lämmer, dann auf drei- und zweimal (drei und 4 Wochen) zu reduzieren. Bei der Milch ist wichtig, dass sie die richtige Temperatur hat, zu heiss und zu kalt gibt gerne Durchfall, zu grosse Milchmengen ebenfalls. Du musst einfach den gesunden Menschenverstand in Aktion setzen. D.h. schau wie gross sind die Lämmer, wie gross wird wohl der Magen sein. Wenn sie "höckerln" also den Rücken so hoch ziehen, ist ihnen nicht wohl. Sie haben zu wenig Milch oder zu kalt. Du kannst sicher bald auch beurteilen, ob das eine oder andere Tier etwas mehr Milch braucht oder vielleicht gar keine mehr. Wenn du siehst, dass die Lämmer anfangen am Heu zu knabbern, so ca. mit 4 Wochen, kann du anfangen etwas Lämmerwürfel zu füttern. Aber auch hier mit ganz wenig anfangen (es muss gefressen werden) und auch hier nicht überfüttern. Milch dann allmählich reduzieren. Du müsstest auch einen Lämmerschlupf eintrichten, falls du das nicht schon hast, damit die Kleinen immer Zugang zu gutem Heu haben.
Du siehst, viel Freude aber auch viel Aufwand! Du wirst auch beobachten können, dass die Mutteraue jetzt anfänglich gut steht, wenn die Lämmer trinken wollen, je grösser sie werden, desto mehr stinkt es ihr, wenn vier angestürmt kommen. Noch ein Tipp: Wenn die Lämmer anfangen zu fressen, machen sie sich gerne über den Salzleckstein her, das gibt dann grausam Durchfall, also hoch hängen oder nur temporär anbieten.

Viel Erfolg wünscht dir Ingrid und schick mir doch ein gutes Foto für die Besch da Pader Post
Ingrid
 
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Beitragvon besch_da_pader » Mo. 27. Sep, 2004

Guten morgen allerseits
@ Christian und Ingrid. Besten Dank für eure Tipps und guten Ratschläge :D

Ich möchte euch heute am 1 wöchigen Geburtstag über die Entwicklung der Vierlinge informieren:
Allen Vieren gehts super!! Sie sind putzmunter, wachsen kräftig, haben noch kein Durchfall gehabt und sie springen zu viert umher, es ist eine wahre Freude die Rasselbande zu beobachten. Die Mutteraue ist die perfekte Mutter für die Vierlinge, sie hat eine erstaunliche Milchleistung :shock:, wir müssen bis jetzt nur ein Lamm vereinzelt zuschöppeln, die andern drei sind so kräftig und gesättigt dass sie bis jetzt noch kein Schluck angenommen haben.
Selbstverständlich haben wir die Vierlinge nach der Geburt nach Hause in den Stall genommen, der Mutter wird viel frisches Gras und wenig Kraftfutter angeboten. Wenn es nicht gerade in Strömen regnet sind sie draussen vor dem Stall auf ihrer eigenen Weide und können herum toben.
Ich hätte nie gedacht, dass unsere Vierlinge sich so problemlos und normal entwickeln, aber die langjährige Erfahrung mit der Aufzucht von "Problem" Lämmern und die perfekte Mutteraue tragen sicher viel dazu bei.
Übrigens sind schon alle vier "getauft" worden: Luisa, Lena, Livia und Leoni :D

mfg Christian
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Welche Aue?

Beitragvon René » So. 21. Nov, 2004

Hallo Christian

Gratuliere zu den 4-lingen! Welche Aue war die tüchtige? Ihr hattet doch im Frühling auch von uns einige Jungauen gekauft, wie geht es denen?

Gruss

René
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Beitragvon besch_da_pader » Mo. 22. Nov, 2004

Sali René

Also die Mutter der Vierlinge ist eine Aue, welche wir von einem Schafhändler gekauft haben. Sie ist unsere anhänglichste und gutmütigste Aue und ist eine grandiose Mutter, was sie natürlich mit der Aufzucht der nun 8 Wochen alten Vierlingen bewiesen hat.
Ja, wir haben auch von euch einige Auen und den Widder gekauft. Denen gehts allen wunderbar, sind auch alles sehr ahnhängliche Tiere, vor allem Sophie, Hanja+Hanni. Kim ist auch ein ganz flotter, ausser als wir die Vierlinge nach der Geburt von der Weide nahmen, hat er mich etwas unsanft zweimal zu Boden geworfen :roll: aber ich habe ihm das natürlich nicht böse genommen, schliesslich verteidigt er ja nur seine Lämmer :D und sonst ist er auch ganz fleissig :wink:. Hanna hat gerade vor 3 Wochen wieder Zwillinge gekriegt, wobei sie leider ein Lamm nicht angenommen hat, aber auch dieses Lamm entwickelt sich mit dem Schoppen wunderbar. Mit Sophie hatten wir anfangs etwas Probleme, sie hat von Anfang an immer etwas gehunken und hatte sehr oft den "Schiisser". Unterdessen haben wir sie sicher schon viermal entwurmt, mit verschiedenen Wurmkuren aus den verschiedenen Wirkstoffgruppen und sie hat nun auch kräftig zugelegt und ist unterdessen auch trächtig. Christian hat mich mal drauf aufmerksam gemacht, dass einige Tiere untereinander verwandt sind, ich habe bis jetzt erst bemerkt, dass Kim und Sophie den selben Vater haben, gibt es sonst noch irgendwelche Verwandtschaften von welchen ich wissen müsste?

Gruss aus GR

Christian
Zuletzt geändert von besch_da_pader am Mo. 22. Nov, 2004, insgesamt 2-mal geändert.
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Beitragvon Michel » Mo. 22. Nov, 2004

Hallo Christian

Herzliche Gratulation zu den vierlingen die sich ja prächtig entwickeln :lol: :lol:
Wir hatten auch bereits zweimal drillinge und beide male haben alle überlebt. Wir mussten zwar alle schöppele aber es hat ganz gut geklappt.
Zu den Tipps kann ich eigentlich nichts mehr dazu beitragen ausser das wir Zuhause im Gefrierfach immer etwas Brieschmilch von Kühen die wir im Notfall auftauen können und den kleinen in der ersten Stunde geben können, wenn das Muttertier noch nicht hat. Wir gute Erfahrungen gemacht und so manchem Lamm so auf die Sprünge geholfen.

Grüessli
Katja
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Beitragvon besch_da_pader » Mo. 22. Nov, 2004

Sali Katja

Wir machens auch so mit der Biestmilch, wenn möglich vom Nachbar immer etwas Biestmilch im Gefrierfach und in den ersten Stunden und Tage mit Biestmilch schöppelen :wink:. So haben wir auch sehr gute Erfahrungen gemacht, ist ein gewaltiger Unterschied zu einem Lamm, welches man von Anfang an mit Lämmermilch schöppelen muss.

lg

Christian
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Beitragvon bougle » Di. 11. Jan, 2005

besch_da_pader hat geschrieben:Kim ist auch ein ganz flotter, ausser als wir die Vierlinge nach der Geburt von der Weide nahmen, hat er mich etwas unsanft zweimal zu Boden geworfen :roll: aber ich habe ihm das natürlich nicht böse genommen, schliesslich verteidigt er ja nur seine Lämmer.


das sollte aber nicht sein, denn ein Bock verteidigt seine Lämmer normal nicht, nur die Mutter tut das normal. Bei uns hat ein Bock mal die Lämmer dauernd attackiert, v.a. die Männlichen.

Biestmilch im Gefrierfach ist für einen Schafhalter absolute Pflicht, wenn man daran interessiert ist, auch schwächelnde durchzubringen, wichtig dabei: sie muss wirklich vom ersten Gemelk einer Kuh nach dem Kalben sein, sonst ist ihr WErt schon vermindert.
Wichtig ist auch, dass man sie nciht zu sehr verwöhnt, ab dem Zeitpunkt, ab dem sie selber fressen (spätestens 10 Wochen), denn wenn sie weiterhin viel Milch bekommen, fressen sie zu wenig Rauhfutter und ihr Pansen entwickelt sich schlecht, wodurch sie nach dem Entzug der Milch zu wenig fressen und daher nicht mehr wachsen. Ebenso werden sie schnell so anhänglich, dass sie einem immer nachrennen, was das Problem mit sich zieht, dass sie jedem einfach nachspringen, auch wenn es irgendein fremder ist.

Wir haben schon mehrere Lämmer mit dem Schoppen aufgezogen, bei den letzten 2 trat genau der vorhin geschilderte Fall ein. Also nur mit Milch und Kraftfutter füttern bis sie schwer genug sind und dann Braten machen.
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Beitragvon besch_da_pader » So. 04. Dez, 2005

Hallo allerseits

Heute war es wieder mal soweit, unsere "Milchschaf"-Engadineraue ;) Angelina hat heute Vormittag schon wieder Vierlinge geboren!!! Nach den Drillingen im Frühling waren jetzt wieder Vierlinge an der Reihe.
Wir hatten die Aue schon vor zwei Wochen von der Weide in den Stall geholt, da sie schon im Milcheinschuss war. Wir erwarteten jeden Tag die Geburt aber es dauerte schliesslich noch 2 Wochen.
Diesmal sind es zwei Widderli und zwei Äuli. Nach der Geburt des ersten Lamms bin ich per Zufall dazu gekommen und konnte miterleben wie die letzten 3 innerhalb von 10!!!! min :shock: geboren wurden. Die Lämmer sind sogar noch etwas grösser und kräftiger als die letzten Vierlinge, wobei eines der vier wahrscheinlich zu weing Platz hatte in der Gebärmutter und eine Fehlstellung der Hinterbeine hat. Leider wird dieses wohl noch heute in den Schafhimmel geschickt.

Ich wünsche euch auch viel Glück im Stall

Christian
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Beitragvon kschaub » So. 04. Dez, 2005

Hallo Christian

Gratuliere... naja, gratulliere wohl besser Angelina... und warte auf Bilder von den Kleinen :wink:

Tschüss
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Beitragvon besch_da_pader » Di. 06. Dez, 2005

kschaub hat geschrieben:Hallo Christian

Gratuliere... naja, gratulliere wohl besser Angelina... und warte auf Bilder von den Kleinen :wink:

Tschüss

Sodeli, anbei wie gewünscht zwei Fotos die ich vorhin rasch gemacht habe. Ist noch schwierig alle vier und die Mutter vernünftig auf ein Foto zu bringen ;). Die vier entwickeln sich prächtig, auch der kleine hat sich sensationell erholt und zurzeit hat die Mutter genügend Milch für alle :shock:

(klicken für grössere Version)

Bild

Bild

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Beitragvon kschaub » Di. 06. Dez, 2005

Hallo Christian

Bild ... sind ja herzig die vier Kleinen Bild
Hast Du also das eine Lamm mit der Fehlstellung der Hinterbeine doch am Leben gelassen, oder war es gar keine richtige Fehlstellung?

Hoffe, dass sich alle vier gut entwickeln...

Tschüss
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Beitragvon Ingrid » Di. 06. Dez, 2005

Hallo Christian

Das ist ja unglaublich... Gratulation! Diese Angelina ist ja ein ganz ungewöhnliches Tier, wenn das nicht "fruchtbar" ist. :wink:

Viel Glück für die Kleinen

Ingrid
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Beitragvon besch_da_pader » Mi. 07. Dez, 2005

kschaub hat geschrieben:Hallo Christian

Hast Du also das eine Lamm mit der Fehlstellung der Hinterbeine doch am Leben gelassen, oder war es gar keine richtige Fehlstellung?

Tschüss


Das Lamm war ziemlich "verknittert", kein Wunder bei diesen beengten Platzverhältnissen ;) , und es dauerte ca. 1 Tag bis alle Sehnen in den Hinterbeinen ganz durchgestreckt waren (=Vermutung). Aber Hauptsache dem Bürschchen geht es prächtig.

Danke für die Glückwünsche, werde es Angelina weiterleiten.

Christian
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